Die alemannischen Dialekte im romanischen Sprachraum von Trin, Ilanz, Trun und Scuol

Sprechen die Bündnerromanen besser Schweizerdeutsch, als sie glauben?
Welchen Dialekt spricht eigentlich die bündnerromanische Bevölkerung, wenn sie Schweizerdeutsch spricht? Ist es ein dialektal angepasstes Hochdeutsch, ist es ein Gemisch aus verschiedenen schweizerisch-alemannischen Dialekten oder ist gar ein neuer Dialekt auf romanischemGrund entstanden? Und welche Qualität weist dieses Schweizerdeutsch im bündnerromanischen Gebiet auf?
Diesen Fragen ist Oscar Eckhardt, Linguist beim Institut für Kulturforschung Graubünden, in einer mehrjährigen Studie nachgegangen.
Oscar Eckhardt hat für seine Studie in den Ortschaften Trin, Ilanz, Trun (und als Kontrollort auch Scuol) zusammen mit Noemi Adam-Graf bei bei 35 Personen verschiedener Altersgruppen Dialekt-Tonaufnahmen gemacht. Viele der interviewten Personen erzählten dabei, wie sie Deutsch gelernt haben und welches Verhältnis sie zu Deutsch und auch zu ihrem alemannischen Dialekt haben. Diese Aufnahmen hat Oscar Eckhardt in einem zweiten Schritt sorgfältig transkribiert und kommentiert. Insgesamt sind so rund 180 Seiten kommentierter Dialekt-Texte entstanden, die als Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen dienten. In einem dritten Schritt wurden die Aufnahmen Laut für Laut darauf überprüft, in welchem Verhältnis sie zum Churer-Rheintalischen stehen, das von Eckhardt als Grundlage für das Alemannisch in der Rumantschia angesehen wird. Aus diesen Codierungen hat der Autor der Studie die häufigen und typischen Merkmale zusammengefasst und damit eine Typisierung des Alemannischen der Rumantschia hergeleitet.